Implementierung Nudging-Maßnahmen

Nach der erfolgreichen IST-Analyse können im Küchenteam verschiedene Nudging-Maßnahmen festgelegt werden. Denn eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Nudging erfolgreich umgesetzt werden kann, ist die Bereitschaft des Küchenpersonals. Auch sollten die Maßnahmen abschließend bewertet und ggfs. angepasst werden. Folgende Prozessschritte helfen bei der Implementierung von Nudging-Maßnahmen.

 

Im Folgenden sind Beispiele, welche die verschiedensten Bereiche betreffen, aufgezeigt. Die vorgestellten Maßnahmen sind nicht vollständig und zur Sensibilisierung für das Thema und zur Inspiration gedacht. Denn welche Maßnahmen vor Ort notwendig und realisierbar sind, hängt von den Rahmenbedingungen im Betrieb ab. Ziel dabei ist immer die gesunde und nachhaltige Wahl zur leichten Wahl zu machen.

  • Informationsaufbereitung zum gewählten Nudge, beispielsweise wie wirkt sich das Lebensmittel auf die Gesundheit und Umwelt aus.
  • Platzierung von Kurzbotschaften über Postkarten, Intranet oder die Bildschirme in der Ausgabe.
  • Festlegung eines Corporate Designs für die vollwertigen Speisen. Das festgelegte Design wird für die Signalisation, die Gestaltung der Ausgabetheken, des Speiseplans, der Angebote und des Geschirrs verwendet.
  • Für die Präsentation des Angebotes sollte auch die Beleuchtung näher betrachtet werden. Denn die richtige Ausleuchtung sowie die Platzierung von Spiegeln spielt eine große Rolle dabei wie die Speisen wahrgenommen werden.
  •  Attraktive Bilder im Ausgabebereich und Gastraum, die das Thema aufgreifen.
  • Vollwertige Speisen werden auf dem Speiseplan an erster Stelle platziert.
  • Vollwertige Gerichte werden entsprechend benannt und z. B. durch Symbole oder farbiges Geschirr kenntlich gemacht.
  • Regionale Produkte werden entsprechend gekennzeichnet.
  • Bei Tellergerichten werden Beilagen wie Pommes frites durch gesundheitsfördernde Beilagen ersetzt.
  • Vollwertige Speisen werden appetitlich arrangiert.
  • Nugdes, wie beispielsweise Obst oder Nüsse, werden in Augenhöhe der Tischgäste angeboten und sind leicht zugänglich.
  • Das Obst wird zur einfacheren Handhabung vorgeschnitten und verzehrsfertig angeboten.
  • Obst- und Gemüse werden in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten.
  • Energiearme Desserts können in größeren Portionsschalen angeboten werden als energiereiche Dessert.
  • Vollwertige Speisen befinden sich an der Ausgabeposition, die unabhängig vom Speisenangebot die höchsten Abverkaufszahlen erzielt.
  • Vollwertige Speisen auch als To-Go-Variante anbieten.
  • Bonussystem für vollwertige Speisen einführen.
  • Zur Veranschaulichung des Angebotes befinden sich Musterteller im Eingangsbereich. Um die Akzeptanz der vollwertigen Gerichte zu erhöhen, können auch „Probierhäppchen“ hilfreich sein, um eine Brücke zu Unbekanntem zu schaffen und geschmacklich zu überzeugen.
  • Wenn es eine Salattheke gibt, sollte sich diese im Eingangsbereich der Ausgabe befinden.
  • Wasser und kalorienarme Getränke werden im Ausgabebereich an verschiedenen Stellen (zwischen den Ausgabetheken, bei den Tabletts, im Wartebereich der Kasse etc.) in Augenhöhe platziert. Hier wirkt es sich positiv aus, wenn eine Abstellfläche für Tabletts vorgesehen wird.
  • Wenn Süßigkeiten, Teilchen und Kuchen angeboten werden, die Erreichbarkeit „unbequemer machen“, zum Beispiel mit längeren Laufwegen, nicht direkt in Griffhöhe, indem zum Beispiel das Obst davor platziert wird etc.
  • Verschiedene Obst- und Gemüsesnacks in Augenhöhe der Tischgäste anbieten. Hier bieten sich neben dem Kassenbereich auch weitere Orte an, an denen ein großer Publikumsverkehr vorkommt.

·         

·        

·   

Maßnahmen zur Planung und Gewöhnung haben einen bildenden und aufklärenden Charakter. Hierbei werden Handlungsabsichten „wieder“ ins Bewusstsein gerufen, denn viele Tischgäste wissen genau, was eine gesunde und nachhaltige Ernährung ist und möchten sich auch danach ernähren. Eine kurze Erinnerung kurz vor der Auswahl bzw. dem Kauf kann die Entscheidung positiv beeinflussen. Dazu kann das Ausgabepersonal gezielt Fragen stellen, z. B.  „Möchten Sie noch etwas Obst zum Dessert?“.

 

Auch attraktive Bilder im Ausgabebereich und Essensraum können das Thema Ernährung und Nachhaltigkeit in Erinnerung rufen.

Bei verschiedenen Nudging-Maßnahmen sollte ein Austausch mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement erfolgen, damit ggf. Themen oder Aktionen aufgegriffen werden können