Betriebliches Gesundheitsmanagement

Definition: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die systematische und strukturierte Entwicklung, Planung und Lenkung betrieblicher Strukturen und Prozesse, mit dem Ziel die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern.

Exkurs Präventionsgesetz

Das Präventionsgesetz ist ein Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention. Es verbessert die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen Sozialversicherungsträgern, Ländern und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung in allen Altersgruppen und vielen Lebensbereichen. Ziel ist es der Prävention einen neuen Stellenwert einzuräumen – hier geht es nicht nur um das Vorbeugen von Erkrankungen, sondern auch um die Fragestellung was muss verändert werden um Erkrankungen zu vermeiden.
Im Präventionsgesetz ist verankert, das jede*r Bürger*in in seinem*ihrem Lebensumfeld einen Zugang zur Prävention und Gesundheitsförderung erhält und sie somit bei einer gesundheitsfördernden Lebensweise unterstützt werden.
Das Präventionsgesetzt unterscheidet zwischen den drei folgenden Zielen, für die „definierte Zielgruppe“ und den daraus resultierenden Handlungsfeldern:
1.    Ziel Gesund aufwachsen
2.    Ziel Gesund leben und arbeiten
3.    Ziel Gesund im Alter


Im GKV-Leitfaden Prävention werden die Informationen zu den einzelnen Handlungsempfehlungen und Zielgruppen in separaten Kapiteln abgebildet. Mit dem Leitfaden legt der GKV in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen die inhaltlichen Handlungsfelder und die entsprechenden Kriterien für die Leistungen fest, die von den Krankenkassen im Rahmen des Präventionsgesetzes gefördert werden.
Für die Lebenswelt Betriebe ist das Kapitel 6 des von Bedeutung, da in diesem Kapitel alle Leistungsarten und Förderkriterien mit Beispielen näher beschrieben sind. Gerade Betriebe sind ein geeigneter Seetingansatz um gesundheitsfördernde Maßnahmen innerhalb des Arbeitstages zu implementieren. Doch was versteht man unter „Setting-Ansatz“ und warum greift dieser im Lebensumfeld „Betrieb“ so gut?

Setting-Ansatz
Mit den gesundheitsfördernden Maßnahmen im Betrieb werden die Mitarbeitenden im direkten Umfeld angesprochen. Es werden auch die Mitarbeitenden erreicht, die privat individuellen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention nur bedingt oder gar nicht nutzen würden. Unterschieden wird nach Verhaltens- und Verhältnisprävention.
 
Verhaltensprävention: Wird den Mitarbeitenden ein Seminar über die positiven Aspekte einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Verpflegung im Beruf angeboten, spricht man von einer Verhaltensprävention.

Verhältnisprävention: Hier wird das Umfeld verändert, indem beispielweise gesundheitsfördernde und nachhaltige Angebote aufgenommen oder leichter zugänglich gemacht werden.

Beispiel:

Wird in der Betriebsgastronomie, zeitgleich mit dem Seminar, eine Menülinie nach den Kriterien des „Leitet Herunterladen der Datei einDGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Betrieben“ umgestellt, so ermöglicht dies den Mitarbeitenden den Zugang zu einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Speisenauswahl und das gelernte gleich anzuwenden und persönlich zu erfahren.

Bei einem Setting-Ansatz werden die Maßnahmen der Verhältnis- und Verhaltensprävention miteinander verknüpft.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) werden alle Aktivitäten zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit von Mitarbeitenden gebündelt. Dazu gehören verpflichtende Maßnahmen zum Arbeitsschutz, zur betrieblichen Wiedereingliederung und freiwillige Angebote in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Die Zusammenführung dieser Maßnahmen in einem BGM birgt die Möglichkeit dieses als betriebliches Ziel zu verankern und im Unternehmensmanagement und den verschiedenen Prozessen abzubilden. Um die Wirksamkeit des BGM im Blick zu halten lohnt sich eine strategische Herangehensweise. Einzelmaßnahmen sind oftmals wenig erfolgsversprechend. Dazu können bereits vorhandene prozessorientierte Vorgehensweisen genutzt werden. Diese sollten idealerweise so konzipiert sein, dass die Aktionen von der Vorbereitung, über die Einführung bis hin zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess implementiert sind.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Nach der Luxemburger Deklaration beschreibt die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) alle Maßnahmen, die durch Arbeitgeber*innen, Arbeitnehmer*innen oder auch durch die Gesellschaft unternommen werden, um die Gesundheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz zu verbessern. Der Fokus liegt hierbei auf den Maßnahmen.

Die BGF ist, neben dem Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie dem betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement, eine wichtige Säule im BGM. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz und das betriebliche Wiedereingliederungsmanagement sind gesetzlich verankert und stellen eine verpflichtende Maßnahme dar. Die BGF ist auf Basis des § 20b SGB V und des geltenden Präventionsgesetzes sowohl für den/die Arbeitgeber*in als auch für den/die Arbeitnehmer*in ein freiwilliges Angebot.

Wie gelingt der Einstieg?

Betriebe gelten als ideales Setting, um mit einer Maßnahme eine Vielzahl von Menschen anzusprechen.
Im Betrieb erreicht man auch die Arbeitnehmer*innen, die im privaten Umfeld keine solche Leistung in Anspruch nehmen würden. Um die betriebliche Gesundheitsförderung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement erfolgreich zu etablieren, sollten im ersten Schritt die Grundlegenden Strukturen geklärt werden und der Prozess systematisch aufgebaut werden.