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Convenience

In der Gemeinschaftsverpflegung werden, wie in nahezu jedem Haushalt, Produkte verschiedener Convenience-Stufen verwendet.
Was heißt eigentlich Convenience? Das englische Wort "Convenience" lässt sich mit Bequemlichkeit oder Annehmlichkeit übersetzen. Auf Lebensmittel bezogen bedeutet dies eine industrielle Vorverarbeitung der Produkte durch die Lebensmittelindustrie, so dass dadurch Küchenarbeitszeit eingespart werden kann. Solche Produkte haben einen höheren Bearbeitungsgrad als Rohware.

In den DGE-Qualitätsstandards geben wir vor, Produkte aus den Stufen 1 und 2 zu bevorzugen, wenn es zeitlich und personell möglich ist. Die Nährstoffverluste sind dadurch geringer, und die Qualität der Speisen wird so weit wie möglich erhalten. Bei Produkten aus den Stufen 4 und 5 ist der Zucker-, Salz- und Fettgehalt sowie die Art des verwendeten Fettes zu berücksichtigen. Produkte mit Jodsalz sollen bevorzugt werden.

Wenn Produkte aus den Stufen 4 und 5 verwendet werden wird empfohlen diese Produkte mit frischen Produkten zu kombinieren. Durch geeignete Ergänzung können Fertigprodukte aufgewertet werden, z.B. Tortellini mit frischer Tomatensoße und Salat, Fischstäbchen mit Petersilienkartoffeln und Blattspinat, Spätzle mit frisch gekochtem Gulasch und Möhrenrohkost…

Convenience-Produkte können in unterschiedliche Fertigungsstufen eingeteilt werden:

Convenience-Stufe                                        Beispiele
Grundstufe0ungewaschenes Gemüse
küchenfertige Lebensmittel1zerlegtes Fleisch ohne Knochen; geputztes Gemüse, Fischfilets, TK-Gemüse unzubereitet
garfertige Lebensmittel2Filet, paniertes oder gewürztes Fleisch; Teigwaren, Tütensuppen, TK-Gemüse gewürzt
aufbereitfertige Lebensmittel3Salatdressing, Kartoffelpüree, Puddingpulver; Müslimischung
regenerierfertige Lebensmittel4Einzelne Komponenten oder Fertig-Menüs
verzehr-/tischfertige Lebensmittel5kalte Soßen, fertige Salate, Obstkonserven, Desserts im Becher; Brot und Gebäck, Fischkonserven, Müsli-Riegel
  • Konstante Qualität bei stabilen Kosten
  • Weniger Abfall
  • Weniger Kosten für Personal, Raum und Küchengeräte
  • Oft mehr Frische, da Lebensmittel unmittelbar nach der Ernte weiterverarbeitet werden
  • Hygieneverantwortung wird zum Teil verlagert
  • Saisonunabhängigkeit und damit eine höhere Angebotsvielfalt ermöglicht Flexibilität bei der Speisenplanung
  • Stressfreieres Arbeiten in der Küche durch Vermeidung von Arbeitsspitzen
  • Gelingsicherheit bei Conveniencestufen 3 bis 5
  • Höhere Warenkosten
  • Hoher Verpackungsbedarf
  • Gefahr der geschmacklichen Eintönigkeit
  • In Fertiggerichten steckt oft zu viel Salz, Zucker und Fett.
  • Genuss ist unter Umständen eingeschränkt, da das ursprüngliche Lebensmittel im fertigen Produkt kaum noch zu erkennen ist. Fähigkeit das Lebensmittel differenziert sensorisch wahrzunehmen geht verloren.
  • Regionalität und Saisonalität werden nicht berücksichtigt.
  • Handwerkliche Fähigkeiten und qualifizierte Ausbildung in der Küche treten in den Hintergrund.
  • Transparenz über Herkunft, Zusammensetzung und Inhaltsstoffe ist erschwert.