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Diabetes mellitus im Berufsalltag

- Quelle: Fit im Alter
Unter Diabetes mellitus versteht man verschiedene Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels, die durch erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet sind. Kohlenhydrate werden bei der Verdauung zu Traubenzuckerbausteinen (Glucose) abgebaut, gelangen in die Blutbahn und lassen so unseren Blutzucker ansteigen. Aus der Bauchspeicheldrüse wird in der Regel immer rechtzeitig und ausreichend Insulin ausgeschüttet, damit der Zuckergehalt im Blut nie über bestimmte Werte hinausgeht.
Ist dieser Regelkreis gestört, kommt es zum Diabetes mellitus. Je nachdem ob ein absoluter (gestörte Insulinausschüttung) oder relativer (gestörte Insulinwirkung) Insulinmangel vorliegt, handelt es sich um einen
Typ 1 oder
Typ 2 Diabetes.
Nur 5 bis 10 % der Menschen mit Diabetes in Deutschland leiden an einem Typ 1 Diabetes, ca. 90 % hingegen sind dem Typ 2 Diabetes zuzuordnen.
Grundsätze der Ernährung bei Diabetes mellitus
Heutzutage sieht man von besonderer Diätkost ab. Das heißt: Auch für Diabetiker gelten die Empfehlungen zur
vollwertigen Ernährung. Gerade bei übergewichtigen Patienten (ca. 80 % aller
Typ 2 Diabetiker) ist eine begrenzte Fett- und Kalorienaufnahme von großer Bedeutung.
Die
Deutsche Diabetesgesellschaft hat für diese Patientengruppe evidenzbasierte Leitlinien veröffentlicht:
Energie
Kohlenhydrate
Fett
Eiweiß
Energie
Grundsätzlich gibt es hinsichtlich des
Energiebedarfs keine Unterschiede zwischen normalgewichtigen Diabetikern und Stoffwechselgesunden. Besteht allerdings Übergewicht (BMI ≥ 25), ist eine Ernährungsumstellung mit Energiereduktion sowie eine gesteigerte körperliche Aktivität die wichtigste therapeutische Maßnahme zur Senkung des Körpergewichts.
Kohlenhydrate
Der Anteil der Kohlenhydrate an der Gesamtenergiezufuhr kann zwischen 45 – 60 % liegen. Komplexe Kohlenhydrate in Form von ballaststoffreichen, pflanzlichen Nahrungsmitteln (Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Getreideprodukte aus vollem Korn) sollten dabei bevorzugt verzehrt werden – eine ballaststoffreiche Ernährung begünstigt den Blutzuckerverlauf. Empfohlen wird eine Ballaststoffaufnahme von mind. 40 g am Tag, wobei auch eine geringere Menge schon einen günstigen Einfluss zeigt. Der Anteil von Haushaltszucker sollte dabei 10 % der Gesamtenergiezufuhr nicht überschreiten.
Die Sicherstellung dieser Angaben wird durch den täglichen Verzehr von
mindestens 5 Portionen ballaststoffreichem Gemüse bzw. Obst und mindestens 4 Portionen Hülsenfrüchte pro Woche erreicht. Bei Getreideprodukten sollten nach Möglichkeit Produkte aus dem vollen Korn, z. B. Vollkornbrot, -reis, -nudeln, verzehrt werden.
Fett
Nahrungsfette sollten weniger als 35 % der Gesamtenergiezufuhr ausmachen. Bei Übergewicht wird empfohlen diesen Anteil auf weniger als 30 % zu reduzieren.
Davon sollten zusammen
- weniger als 10 % auf gesättigte und trans-Fettsäuren
- weniger oder gleich 10 % auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren (n-3 und n-6 Fettsäuren)
- und 10 bis 20 % auf einfach ungesättigte Fettsäuren entfallen.
Empfohlen wird eine erhöhte Aufnahme von n-3 Fettsäuren, die durch den Verzehr von wöchentlich 2 bis 3 Portionen Fisch (bevorzugt fetter Fisch) und von pflanzlichen Ölen wie z. B. Rapsöl und Walnussöl sichergestellt werden kann.
Die Aufnahme von Cholesterol sollte 300 mg pro Tag nicht überschreiten.
- gesättigte Fettsäuren sind z. B. in Butter, Sahne, Käse, Fleisch, Wurstwaren
- einfach ungesättigte Fettsäuren sind z. B. in Olivenöl
- mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind z. B. in fettreichem Fisch, Raps-, Soja-, Walnuss-, Leinöl, Nüssen
- trans-Fettsäuren sind v. a. in Lebensmitteln mit „gehärteten Fetten“, z. B. in Blätterteig, frittierten Speisen, Kartoffelchips u. a. Snackartikel
- Cholesterol ist z. B. in Innereien, Eigelb, Speck, Sahne, fettreichen Fleischwaren und Käsesorten
Eiweiß
Eine übermäßige Eiweißzufuhr sollte vermieden werden. Ein Anteil von 10 – 20 % Eiweiß an der Gesamtenergiezufuhr ist akzeptabel. Gute Eiweißlieferanten sind fettarme Fleischsorten, Milch und Milchprodukte und Fisch sowie auch pflanzliche Lebensmittel wie Kartoffeln, Getreideflocken, Erbsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte.




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